Trend “Festivalisierung”: Sind Business Festivals die neuen Kongresse und Messen?

Von der CEBIT über die Online Marketing Rockstars bis SXSW - B2B Festivals boomen und sind derzeit das angesagte Eventformat. Warum ist das so?

Wenn sich eine alteingesessene Messe wie die CEBIT radikal neu erfindet und als Digital Event und Festival positioniert, dann muss das ein ernstzunehmender Trend sein.

Immer mehr taucht heute in den Sublines von Business Events, Kongressen und Messen das Wort “Festival” auf - übrigens nicht nur im IT- und Digital Bereich. In München fand dieses Jahr die TALENTpro statt, ein “Expofestival” rund um die Themen Recruiting, Employer Branding und Talent Management.

Die Kundenevents von Salesforce, Oracle oder SAP sind schon lange mehr als reine Business Konferenzen.

Video: Der jährliche Kundenevent von Salesforce, genannt, Dreamforce, ist ein Kultur- und Digitalevent par excellence.

Vorbild SXSW

Als Vorbild all dieser Veranstaltungen darf wohl die SXSW (ausgesprochen South-by-South-West) gelten. Die erste SXSW Konferenz fand 1987 in Austin/Texas statt - als Ronald Reagan noch amerikanischer Präsident war und E-Mail wurde hauptsächlich an Unis und beim Militär eingesetzt.

Seitdem hat sich die SXSW zum weltweit führenden Festival für das Zusammenspiel aus Film, Musik und Interactive Industry entwickelt. Das Themenspektrum deckt längst auch Digitalisierung in Bereichen wie Gesundheitswesen oder Medizin ab.

Hier trat schon Johnny Cash als Keynote Sprecher auf, Barack Obama war genauso dabei wie Melinda Gates, Sadiq Khan (Londons Bürgermeister), Spike Lee, Nile Rodgers und natürlich die komplette Führungsriege der Digital Giganten von Apple über Amazon bis Facebook und Tesla. Auf der SXSW 2007 feierte Twitter seinen Durchbruch.

Energy and Buzz: Das alles passiert auf einer SXSW

Inspiration von der Kreativwirtschaft

Viele Nachahmer der SXSW, die heute Business Festivals an den Start schicken, versuchen, Business Networking und Infotainment mit Inspirationen aus der Kreativwirtschaft zu verheiraten.

Und es ist natürlich klar, dass ein Umfeld aus Film, Musik und Entertainment eine ganz andere Atmosphäre schafft, als eine reine Business Konferenz. Die Menschen gehen mehr aus sich heraus, das Netzwerken fällt leichter, man lernt sich einfacher und intensiver kennen. Barrieren werden abgebaut - und der Spaßfaktor wird groß geschrieben.

GenY will es so und nicht anders

Customer Experience ist kein wirklich neuer Begriff - aber ohne Erlebnischarakter geht es heute kaum noch. In unserer schnelllebigen Zeit sind die Menschen auf der Suche nach Erlebnissen, nach dem speziellen “Kick”, den sie dann nicht nur selbst genießen, sondern in der Folge auch mit ihren Freunden und Peers teilen.

Kein Wunder also, dass das Schlagwort “SXSW” bei Google auf über 20 Mio. Hits kommt!

Einordnung und Erlebnis statt purer Information

Business Festivals wollen also Begeisterung auslösen, Inspiration bieten. Die reine Informationsvermittlung tritt immer mehr in den Hintergrund. Der Grund liegt auf der Hand, im wahrsten Sinne des Wortes: Über Smartphones und Tablets kann heute jeder auf das Wissen der Welt zugreifen.

Der Zweck von Events ist es zunehmend, Informationen erlebbar zu machen, Trends einzusortieren, für Themen und Produkte zu begeistern. Das geht natürlich in einer lockeren Atmosphäre mit Jeans und T-Shirt viel einfacher als im etwas “steifen” Business Kostüm und -Anzug.

Auch Business Events versuchen vermehrt, das “Rad neu zu erfinden”, mit interaktiven Elementen und kreativer Gestaltung die Teilnehmer zu überraschen und sich so von der Masse der Veranstaltungen abzusetzen.

Leichter gesagt als getan

Es reicht jedoch nicht, einfach den Untertitel einer Veranstaltung zu ändern und irgendwo das Wort “Festival” reinzuschmuggeln. Einige der sogenannten Business Festivals bieten oft nur alten Wein in neuen Schläuchen.

Um wahren Festival Charakter zu erzeugen, muss man zunächst die Teilnehmer in den Mittelpunkt stellen. Sonst kann es schnell passieren, dass das Festival an der Zielgruppe vorbei geplant wird und man sich vom Publikum entfremdet.

Es gibt einige Tools, die dabei helfen können. Das aus dem Design Thinking entwickelte Verfahren “Event Model Generation” hilft dabei, sich mit den Anforderungen aller Stakeholder an eine Veranstaltung auseinanderzusetzen und so das beste Konzept für die Zielgruppen zu entwickeln und umzusetzen.  Auch der Ansatz designing.events von Dr. Lukas Zenk, von der Donau Universität Krems, unterstützt dabei, innovative Events zu gestalten.

Buyer Personas helfen dann dabei, den Fokus auf den Kunden nicht zu verlieren. 

Wie schaffe ich Erlebnisse?

Auch, wenn Ihr nicht gleich Eure Veranstaltung in “XYZ-Festival” umbenennen möchtet, macht es Sinn, sich Gedanken über die Schaffung von bleibenden Erlebnissen zu machen. Dabei kommt es unter anderem auf diese Aspekte an:

Austausch

In Salzburg und im Salzburger Land bieten sich viele Locations und ganz besondere Tagungsorte dafür an, Festival- und Erlebnischarakter auf Eurer Veranstaltung zu erzeugen. Und wir haben schon etliche tolle Events gesehen, bei denen bleibende Erlebnisse inszeniert wurden. Lasst uns einfach mal hierüber sprechen, wir freuen uns auf den Austausch!

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